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PRIMORDIAL „To The Nameless Dead“


(Metal Blade/SPV)


So unberechenbar ist der Legacy-Soundcheck: “Storm Before Calm” fuhr 2002 einen klaren Sieg ein, bei “The Gathering Wilderness” reichte es drei Jahre später ganz knapp nicht einmal in die Top-Ten, der Notenschnitt war um über zwei Punkte gesunken. Klarer denn je lassen die Iren mit „To The Nameless Dead“ nun die starke Konkurrenz hinter sich. Viele mussten sich erst an die raue neue Produktionsform gewöhnen, die Marcel in seiner Rezension des Vorgängers als ein Herunterbrechen der Musik auf ihr Knochengerüst beschrieben hat. Eine Methode, die PRIMORDIAL in Zeiten der Computerherrschaft nochmals vom Mainstream absetzt und ihren schlagkräftigen Epen die Authentizität verleiht, die sie als Zeitreisen in die Vergangenheit benötigen. Melodien und Texte berufen sich auf archaische Motive, auf gemeinsame Erinnerungen, die in allen Menschen schlummern. Vielleicht fühlt sich deshalb jedes ihrer Werke von Beginn an wie ein alter Freund an. Jede Hochkultur erlebte ihren Niedergang, und Alan Averil sieht in ‚Empire Falls’ den der westlichen Welt heraufziehen. PRIMORDIAL stemmen sich dagegen, gehören zu den wenigen ´fighting men´. Wertekonservativ sein, bedeutet nicht, verlogenen Kirchendogmen hinterher zu laufen. Das mit einem Bassintro und dem Titel an Candlemass angelehnte ‚Gallows Hymn’ mit einem Text über Stammtischstrategen passt nicht ins restliche Konzept. Ebenso wenig das unter seiner melancholischen Maske ungewohnt fröhliche ‚Heathen Tribes’ mit seinem strammen Heavy Metal-Stechschritt, bei dem sich die Band von Manowars „Into Glory Ride“ treiben ließ. Ein Stück, welches entgegen Alans Intention, Ortsnamen und Zeitangaben möglichst vage zu lassen, z.B. Flandern, den Teutoburger Wald, Athen und andere Plätze benennt, um die Zusammengehörigkeit der Fans weltweit zu dokumentieren. Dazu ein größtmöglicher Kontrast zum verzweifelten ‚As Rome Burns’, dessen verhaltener Tribal-Mittelpart trotz des Aufbrausens etwas beruhigend Meditatives hat. Es ist eine seltene Gabe, in der eigenen Zerrissenheit und im Schmerz so viel Stärke auszudrücken, wie Nemtheanga es in seinem Gesang vermag. Die Begleitung der folkloristischen Gitarrenläufe in ‚Failures Burden’ ist das herausragendste Beispiel, ohne die schwarzmetallische Orgie ‚Traitors Gate’ und das beherrschte, wie auf einem Luftkissen schwebende ‚No Nation On This Earth’ zu entwerten. (BTJ)


14 Punkte

 

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